Als wir, der Chemie-Leistungskurs, das erste Mal gehört haben, dass wir nach Freiberg in Sachsen fahren werden, während andere Kursfahrten nach Rom, London oder Brüssel gehen, waren wir zunächst skeptisch. Doch auch so kleine Städte wie Freiberg können umfangreiche Aktivitäten bieten.

Nachdem wir am Montag mit dem Zug angekommen waren, ging es gleich los mit dem ersten Programmpunkt: die Terra Mineralia, eine der größten und spektakulärsten Mineralienausstellungen der Welt. Ein netter und redseliger Student der Bergakademie Freiberg führte uns zwei Stunden lang durch die Ausstellung voller bunter und faszinierender Steine, zu denen es oft eine besondere Geschichte gab. Anschließend waren wir so ausgehungert, dass wir alle zusammen Essen gegangen sind. In Freiberg gibt es eine große Auswahl an Dönerläden, Bäckereien und diversen kleinen Restaurants. Unsere Wahl viel auf ein asiatisches Restaurant, welches wir nicht unbedingt für die nächste Fahrt empfehlen würden.

Anschließend hatten wir Freizeit, um die Stadt zu erkunden und einen gemütlichen Abend in unserer Pension „Zur Schmiede“ zu verbringen. Es ist eine kleine Pension mit wenigen aber geräumigen Zimmern, Balkonen und einer Gaststätte, nicht unweit der Altstadt.

Am nächsten Morgen gab es Frühstück in Form eines kleinen Buffets in der Gaststätte. Gut gestärkt stürzten wir uns in den zweiten Tag. Wir wurden von der Firma Saxonia, einem Recycling- und Verarbeitungsbetrieb für Edelmetalle, empfangen und konnten einen ausführlichen Blick auf die Abläufe der Produktion werfen. Unter anderem wurden uns die Schmelzöfen, die Rohstoffe und der Bereich Galvanik, wo Kunststoffe mit Metallen beschichtet werden, gezeigt. Danach sind wir als Überraschung noch ins Bergbaumuseum gegangen. Dort wurde die Geschichte des Bergbaus in der Stadt Freiberg präsentiert. Den Abend konnten wir wieder frei gestalten und verbrachten ihn gemeinsam mit Musik und Kartenspielen.

Am Mittwoch sind wir zum ersten Mal zur Universität gegangen. Diese wurde 1765 als eine montanwissenschaftliche höhere Bildungseinrichtung gegründet, genannt Bergakademie Freiberg. Allerdings stand sie immer in dem Ruf einer Hochschule, da besonderes Gewicht auf die Qualität der Ausbildung gelegt wurde und wird, weshalb sie heute auch den Titel einer technischen Universität trägt. Da diese Bildungseinrichtung seit ihrer Gründung durchgängig existiert hat, ist sie die weltweit älteste bestehende montanwissenschaftliche Hochschule.

Zunächst wurden wir mit der praktischen Seite des Studienfachs KGB (Keramik-, Glas- und Baustofftechnik) in Form von kleinen Experimenten mit Glas, wie zum Beispiel Gießen, Formen und Härten, bekanntgemacht. Nach einem sehr leckeren und vielfältigen Mittagessen in der Mensa erhielten wir eine kurze Studienberatung. Dann wurde uns die Theorie zu den Praktika vertraut gemacht, indem wir eine kleine Vorlesung besuchten.

Den Abend nutzten wir, um uns im Johannisbad Freiberg im Whirlpool zu entspannen, zu schwimmen, zu rutschen und Wasserball zu spielen. Nun brach der zweite Tag an der Universität und der letzte in Freiberg für uns an. Neben einer historischen Führung durch die ältesten Gebäude der Hochschule, bei welcher wir auch den berühmten Karzer besichtigen konnten, durften wir der feierlichen Unterzeichnung des Kooperationsvertrages des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums mit der Universität durch die Prorektorin für Bildung, Frau Prof. Rogler, und Frau Klinkmüller beiwohnen. Nach etwas Freizeit und einem weiteren köstlichen Mittagessen in der Mensa besuchten wir echte Vorlesungen zu den Themen künstliche Intelligenz oder höhere Mathematik für Ingenieure. Trotz kleinerer Probleme mit dem Herbergsvater konnten wir auch den letzten Abend noch genießen, um dann am nächsten Tag unsere Rückreise anzutreten. Mit einiger Verspätung der Züge kamen wir um die Mittagszeit heil in Berlin an.

So hat sich herausgestellt, dass sich trotz eines auf den ersten Blick nicht so interessanten Reiseziels, eine ansprechende aber auch anstrengende Fahrt organisieren ließ. Für alle Chemie-, Physik-, Mathematik- oder Geografieinteressierten hat sich die Fahrt daher definitiv gelohnt.

 
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