Das am Rosa-Luxemburg-Gymnasium (fort-)entwickelte und zuerst für unsere Schule genehmigte Kurssystem gibt Antworten auf die sich neu stellenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der ab 2010/11 nur noch zweijährigen SEK II an den Berliner Gymnasien. Mit Genugtuung haben wir am RLG zur Kenntnis genommen, dass das Albrecht-Dürer-Gymnasium in Neukölln und das Humboldt-Gymnasium in Tegel unser System übernommen haben.

Verbunden mit der Einführung des Abiturs in der Jahrgangsstufe 12 an den Berliner Gymnasien wurde erstmals eine Wochenstundenzahl für die Schüler in der Qualifikationsphase mit (in der Summe für die beiden Schuljahres 11 und 12 notwendigen) 66 Stunden festgelegt. Für uns am RLG stellte sich damit verbunden folgende Frage: Welches Oberstufensystem kann als Voraussetzung für ein nachhaltiges Lernen angesehen werden?

Der am RLG eingeschlagene Weg hat zwei Komponenten:

1. Als Antwort auf den Wegfall der Einführungsphase in die gymnasiale Oberstufe und die damit nicht mehr vorhandene Möglichkeit, mit den Profilkursen die wichtige Wahl der Leistungsfächer vorzubereiten, haben wir am RLG den Profilereungsbereich für die Jahrgangsstufen 8 bis 10 eingeführt.

2. Schüler am RLG haben die Möglichkeit, in der Qualifikationsphase statt zwei auch drei Leistungsfächer zu belegen. 

Mit der Wahl von drei Fächern, in denen Leistungskurse besucht werden, ist es möglich, einer individuell wahrgenommenen Fehlwahl der Leistungsfächer zu begegnen, da sich Optionen bei der Einbringung der zwei Leistungsfächer in die Abiturberechnung bieten. Als Folge, so war die Prognose, wird sich auch die Anzahl der Rücktritte am Ende des 2. Semesters gering halten. Auch zum Erfüllungsstand dieser Prognose geben die Jahresberichte von 2010-2014 eindrucksvoll Auskunft. Den jeweils letzten Jahresbericht finden interesiierte Leser im Downloadbereich dieser Homepage. 

Das Modell des RLG zeigt auch auf, dass ein anerkannt breitgefächertes Angebot insbesondere im Leistungskursbereich aufrecht erhalten werden kann, wenn die Schülerzahlen in der SEK II zurückgehen. Es gibt damit eine Orientierung für die zukünftige Entwicklung der Oberstufen der Berliner Gymnasien.

Bereits zum Schuljahr hat das RLG den sogenannten Profilierungsbereich in der SEK I eingeführt. Hier profilieren sich die Schüler der Jahrgangsstufe 8 im ersten Jahr des Profilierungsbereichs im Umfang von 150 Minuten wöchentlich, die Schüler der Jahrgangsstufe 9 im Umfang von 220 Minuten wöchentlich und die Schüler der Jahrgangsstufe 10 im Umfang von 240 Minuten wöchentlich. 

In der SEK II setzen Schüler, die in drei Fächern Leistungskurse belegen, für ihre durchschnittlich mindestens 33 Gesamtwochenstunden freiwillig und bewusst mit 15 Unterrichtsstunden in drei Fächern einen Schwerpunkt ihres Lernens.

Am RLG lernt (auch bedingt durch die Schnelllernerklassen) seit Jahren ein hoher Anteil von höher- und hochbegabten Schülern. Viele von diesen haben sich in der Qualifikationsphase drei Leistungsfächer gewählt. Es sind Synergieeffekte im Wissenserwerb bei der Belegung von drei Leistungskursen zu beobachten. Mit dem auch auf die Hochbegabten ausgerichteten Angebot wird ein spezifischer Beitrag zugunsten der Förderung dieser Schüler unterbreitet.

Es ist zu beobachten, dass einerseits begabte und leistungsstarke Schüler und andererseits bei der Wahl der wichtigsten Fächer für die Qualifikationsphase unsichere Schüler drei Fächer mit Unterricht in Leistungskursen wählen.

 

zuletzt bearbeitet: Dezember 2014 von Herrn Treptow