Durch den Beschluss der Schulkonferenz vom 01.03.06 haben sich am RLG seit Beginn des Schuljahres 2006/07 der morgendliche Unterrichtsbeginn und die Dauer der Unterrichtsstunden verändert.

Das RLG weicht auf der Grundlage des Berliner Schulgesetzes §76 (1) Nr. 6 vom üblichen 45-Minuten-Takt ab. Dadurch ergeben sich Veränderungen in der Stundentafel, die entsprechend SG §76(1) in Verbindung mit SG §14(4) von der Schulkonferenz beraten und am 01.03.06 mit 11:0 Stimmen angenommen wurden. Eine Beratung in den Schüler-, Eltern- und Lehrergremien erfolgte vorab.

Das RLG greift mit ihrem neuen System mehrere lernpsychologische und pädagogische Diskussionen auf und findet andere als die tradierten Antworten, die auf dem starren 45-Minuten-System basieren (müssen). Bei uns dauern Unterrichtsstunden i.d.R. 60 oder 75 oder 30 Minuten.

Der starre 45-Minuten-Takt wird von uns nicht als ideale Voraussetzung für ein nachhaltiges Lernen angesehen. Von vielen Fachdidaktikern und Lernpsychologen wird kritisiert, dass der tradierte 45-Minuten-Takt keine idealen Bedingungen schafft. Hirnforscher, die sich mit der Frage des Fremdsprachenlernens beschäftigen, haben z.B. festgestellt, dass ein nachhaltiger Erfolg im Fremdsprachenunterricht erst nach mehr als 30 Minuten Unterricht in der Fremdsprache zu erreichen ist, da das Gehirn erst dann Verknüpfungen ausschließlich in der Fremdsprache herstellt. Eine 45-Minuten-Stunde endet kurz nach Beginn dieses Prozesses.

Auch für den projektbezogenen Unterricht favorisieren wir eine Regelunterrichtszeit von 60 Minuten, ermöglicht sie doch viel eher den Abschluss eines Projektes und dessen Auswertung. Schließlich schafft eine 60-Minuten-Stunde für das traditionelle Stundenmuster (Problemstellung, Problemerarbeitung, Erstfestigung, ggf. weitere Festigung) eine zusätzliche Phase, die hier als kritische Reflexion benannt sei. Sie ermöglicht das Hinterfragen, ein umfangreicheres Problematisieren und ein Anzweifeln des gerade Erlernten. Schließlich bietet eine 60-minütige Regelzeit eine günstige Voraussetzung dafür, dass die Schüler Neues selbst entdecken können und dass alternative Wege miteinander verglichen werden können.

Mit der Erhöhung der Wochenunterrichtszeit durch die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur ist seit dem Schuljahr 2006/07 die Anzahl der täglichen Unterrichsstunden moderat angestiegen.  Lernpsychologische Untersuchungen haben ergeben, dass die Gefahr des „Auslöschens“ von Gelerntem steigt, je mehr verschiedene Lerngegenstände an einem Tag auf der Agenda der Lernenden stehen. Hier finden wir aus unserer Sicht eine überzeugende Antwort: Trotz eines Ansteigens der Wochenunterrichtszeit sieht unser Vorgehen für die Schülerinnen und Schüler des RLG durchschnittlich weniger Lerngegenstände pro Unterrichtstag vor als im alten 45-Minuten-Takt.

Unser Vorgehen greift auch die Diskussion zum Unterrichtsbeginn in Deutschland auf. Von vielen Lernpsychologen wird seit langem bemängelt, dass ein Unterrichtsbeginn um 8 Uhr für die Kinder und Jugendlichen, insbesondere während der Pubertät, deutlich zu früh und selbst ein späterer Beginn von nur einer halben Stunde entlastend sei. Mit unserer Stundentaktung (seit dem Schuljahr 2006/07) wurde es trotz einer erhöhten täglichen Belastung möglich, i.d.R. später den Unterrichstag zu beginnen und ihn dennoch i.d.R. zu verkürzen. Der Schulversuch ermöglicht im Regelfall einen Unterrichtsbeginn um 08:35 Uhr.

Die veränderte Stundenlänge innerhalb des Schulversuches korreliert auch mit den neuen Anforderungen für schriftliche Arbeiten. Es werden im zunehmenden Maße Arbeiten mit einer Dauer von mehr als 45 Minuten gefordert. Um die damit verbundenen Anforderungen zu bewältigen, müssen es die Schüler auch im Unterricht erlernen, zeitlich umfangreiche Arbeitsphasen zu organisieren. Außerdem ergibt sich der Vorteil, für längere schriftliche Arbeiten nicht den Tagesplan umstellen zu müssen.

Und so wird seit dem Schuljahr 2007/08 an der RLO unterrichtet:

Unterrichtsstunde Zeit Dauer Bemerkungen
Der morgendliche Beginn bis 08:35 variabel

Hier kann Unterricht mit einer Länge von 30 Minuten bzw. im Zusammenhang mit der ersten 60-Minuten-Stunde von 75 bzw. 90 Minuten angeboten werden.

Morgendlicher Unterrichtsbeginn ist also um 08:00 Uhr / 08:05 Uhr / 08:20 Uhr oder im Regelfall um 08:35 Uhr.

Die erste 60-Minuten-Stunde 08:35 - 09:35 i.d.R. 60 Min  
Die zweite 60-Minuten-Stunde 09:50 - 10:50 i.d.R. 60 Min  
Unterricht vor der Mittagspause 11:05 - 12:05
bzw.
 11:05 - 12:20
i.d.R. 60 Min
 oder
 75 Min

Dieser Unterrichtsblock dauert variabel bis zu 60 bzw. 75 Minuten. Im Anschluss haben alle Schüler eine 35-minütige Mittagspause.

Diese Pause beginnt also entweder kurz vor oder um 12:05 Uhr oder um 12:20 Uhr. Die Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 haben Pause von 12:20 bis 13:05 und können ab 12:30 Uhr Mittag essen.

Unterricht nach der Mittagspause ??:?? - 14:20 variabel Dieser Unterrichtsblock wird in folgenden Varianten organisiert: 30´ + 60´ oder 90´oder 75´.
Eine weitere 60-Minuten-Stunde 14:30 - 15:30 60 Min feste Unterrichtszeit
Nachmittagsangebote ab 15:35 90 Min Hier werden vor allem Sport-Kursstunden für die Jahrgangsstufen 11-13 und Arbeitsgemeinschaften angeboten.

 

zuletzt bearbeitet: Dezember 2014 von Herrn Treptow