Ich sage Ihnen ein herzliches Willkommen auf den Webseiten des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums. 

Das Hauptgebäude des heutigen Rosa-Luxemburg-Gymnasiums wurde 1907 als erste bis zum Abitur führende Schule in Pankow, das damals noch eine eigenständige Gemeinde vor den Toren der Stadt Berlin war, den schon damals bildungsnahen Pankowern übergeben. Aus dem Realgymnasium Pankow von 1907 (ausschließlich für Jungen) wurde 1938 das Eosander-von-Göte-Gymnasium.

 

Zum Zeitpunkt der Namensgebung war der seit 1927 amtierende Schulleiter, Dr. Meyer, bereits seines Amtes enthoben. Er wurde als Schulleiter im Frühjahr 1933 abgesetzt und kommissarisch durch ein Mitglied der NSDAP ersetzt. Ab dem Februar 1935 hatte mit Dr. Griepentrog ein Mitglied der NSDAP die Schulleitung inne. Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges ging der damals 56-jährige Griepentrog, Hauptmann der Reserve seit Zeiten des 1. Weltkrieges, zur Wehrmacht. Die Geschicke der Schule leitete nun der einzige Oberstudienrat, Dr. Rehfeld (bis zum Einzug der Wilhelm-Pieck-Schule im Jahr 1953). In meiner alle zwei Jahre stattfindenden öffentlichen Vorlesungsreihe, die am 13.05.2017 das nächste Mal mit drei Vorlesungen zur Schulgeschichte stattfinden wird, werden auch ideologisierte Zeiten in der Schulgeschichte, aber auch z.B. die Kinderlandverschickung der Jungen der Eosander-Schule, die Militarisierung, die Nachkriegszeit, die Veränderungen der Schule in der DDR und vieles mehr reflektiert. Am 08.03.1950 wurde in der Aula des Hauptgebäudes der noch existierenden Eosander-Schule der 1. Volksschule Pankow der Name Wilhelm-Pieck-Schule verliehen. Die WPS zog zum Schuljahresbeginn 1953 in das Hauptgebäude ein; die Eosander-Schule hörte auf zu existieren. An der WPS, aus der später die Wilhelm-Pieck-Oberschule wurde, konnte nun kein Abitur mehr abgelegt werden. Im Jahr 1990 legte die Schule ihren Schulnamen ab und war kurze Zeit namenlos; sie hieß im Volksmund nun "Kissingenschule".

Zum Schuljahresbeginn 1991 zog zum zweiten Mal ein Gymnasium im Hauptgebäude (und in das Gebäude der nun nicht mehr existierenden 29. POS Pankow) ein. Am 05.03.1994 wurde die Schule offiziell zur Rosa-Luxemburg-Oberschule (Gymnasium). Seit 2013 haben Gymnasien im Land Berlin auch wieder die Möglichkeit, einen eindeutigen Schulnamen zu wählen. Die heißt jetzt nach einem Beschluss der Schulkonferenz vom September 2011 seit dem Sommer 2013 Rosa-Luxemburg-Gymnasium.

Das Gymnasium wurde nach seiner zweiten Gründung beständig größer. In den letzten 25 Jahren wurden hier durchschnittlich 950 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 20 Jahren unterrichtet. Zum Schuljahresbeginn 2016 hatte das RLG erstmals über 1000 Schüler.

1996 wurden an der Schule erstmals Kinder auch zur 5. Klasse aufgenommen.

Mit der Errichtung und Eröffnung des zweiten Gebäudes für das RLG besteht seit dem Schuljahresbeginn 2016 die Möglichkeit, in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 jeweils bis zu sechs Parallelklassen zu unterrichten. Seit dem Schuljahr 2015/16 kann das RLG jeweils bis zu drei 5. Klassen neu aufnehmen. Zu den Schuljahren 2018/19 und 2019/20 wird das RLG wegen Baumaßnahmen im alten Hauptgebäude jeweils "nur" zwei fünfte und zwei siebente Klassen neu aufnehmen.

Über die Etappe der Schulgeschichte ab dem Zeitpunkt, den wir auch noch heute "Wende" benennen, und der die letzten Jahre der DDR bis in die ersten Jahre nach der "Wiedervereinigung" umfasst, informiert das über 300-seitige Buch "25 von 109", das im Dezmeber 2016 erschienen ist.

Ich schätze die von mir seit 1991 geleitete Schule als einen Ort vieler, ja unzähliger konstruktiver Gespräche. Durch eine bisher stets erfolgreiche gemeinsame Suche von Schülern, Eltern, Lehrern und interessierten Bürgern bei allen Fragen der Entwicklung unserer Bildungseinrichtung ist es am RLG immer gelungen, im Konsens die jeweils bestmögliche Lösung für die RLO/das RLG zu finden. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller am Schulleben Beteiligter hat dazu wesentlich beigetragen, unser RLG im Laufe der Jahre für viele zu einem wichtigen und prägenden Bestandteil der eigenen Entwicklung in der Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenzeit werden zu lassen - eine Rolle, die wir auch in Zukunft verantwortungsvoll auszufüllen gedenken.

Herzlichst, Ihr

Ralf Treptow

Mai 2017